16 Januar, 2008

Rio de Janeiro - Mittwoch, 16. Januar 2008

Es ist zwar schon ein paar Wochen her, aber ich will euch meine Abenteuer nicht vorenthalten (und auch ein bisschen angeben :p). Webjet (eine brasilianische Billig-Fluggesellschaft) hatte im Zeitraum um Silvester günstige Flüge nach Rio und ich hab zugeschlagen. Einerseits, um die Stadt ein bisschen kennen zu lernen, anderseits, um paar entspannte Tage am Strand zu verbringen und eines der grössten Silvesterfeste der Welt sich anzugucken.

Der Hinflug war völlig unspektakulär - nur mit 5 Minuten Verspätung gestartet und dann 5 Minuten vor der eigentlichen Ankunftsszeit gelandet. Die Fahrt von der Wohnung bis zum Flughafen hat länger gedauert... Da wir relativ spät (um halb 1 nachts) ankammen, wollten wir auf Nummer sicher gehen (man hört ja so viel über Raubüberfälle...) und sind mit dem Taxi zum Hotel gefahren. Der Taxifahrer war sehr gesprächig und hat auf dem Weg ohne Atem zu holen über die Stadt erzählt. Nebenbei vermietet er Apartments und arbeitet als eine Art Touristenführer, indem er die Willigen einen Tag lang von einem zum anderen interessanten Punkt kutschiert. Uns hat er eine solche Tour auch angeboten, und der Preis war eigentlich auch OK, aber wir haben's nicht gemacht. Nächstes Mal vielleicht.

Einquartiert haben wir uns in einem Hotel in Botafogo. Es war nicht ganz billig, aber die Unterkunftpreise zur diesen Jahreszeit werden einfach verdoppelt oder verdreifacht. Es ist schliesslich Silvester in Rio. Auf dem Dach gab's ein Pool, und man hat einen schönen Blick auf die Stadt. Leider hab ich kein Foto von da gemacht.

Direkt neben dem Hotel gab's eine U-Bahn-Station, von der man ca. 15 Min. bis zur Station Cantagalo braucht, von der wiederum Copacabana in ca. 10 Min. Fussmarsch zu erreichen ist. Natürlich sind wir gleich am nächsten morgen dahin gelaufen. Schön ist was anderes. Ich würde den Strand niemandem weiterempfehlen, ausser angeben zu können, dass man schon ein mal dort war: trübes Wasser, Algen und, wie die Brasilianer sagen, "hässliches Volk".
Aber was soll's. Imerhin hab ich die berühmt berüchtigte Disse "Help" gesehen (allerdings nur von aussen und nur tagsüber).

Viel geiler ist der Strand von Leblon. Leider aber auch voll. Arpoador/Ipanema haben mich auch nicht so wirklich überzeugt: voll, nicht sauber, die Wellen sind allerdings recht hoch (zumindest an dem Tag als wir da waren), was für die Surfer oder die es gerne wollen, nicht uninteressant sein könnte.

Die Frau an meiner Seite wollte unbedingt auf den Zuckerhut und zur Statue von Cristo. Das wollten allerdings tausende andere Touris auch, so sind wir ziemlich auf die Schnauze gefallen, als es hiess, dass die Wartezeit mindestens 4 Stunden beträgt. Es war uns dann doch zu doof und, und wir haben beschlossen am nächsten Tag eher aufzustehen und jetzt lieber durch die Stadt zu laufen (bzw. am Strand zu liegen). Am darauffolgenden Tag haben wir tatsächlich geschafft, relativ früh da zu sein, die Schlange für die Corcovado-Bahn war allerdings schon recht lang. So haben wir beschlossen, mit dem Taxi hoch zu Jesus zu fahren, der Preisunterschied ist eh nicht so gross. Es ging zügig, der Taxifahrer hat auf dem Weg noch ein paar netten Geschichten erzählt, wir vereinbarten, dass er uns in 45 Min. wieder abholt, und zogen zur Statue vom Erlöser. Ich muss zugeben, dass es mich nicht unbedingt reizte dahin zu laufen, aber das ist schon toll da oben. Schöner Ausblick über die ganze Stadt; Leute, die sich vor Ihm stellen und die Arme zu Seiten strecken; Gelabber in allen möglichen Sprachen und völlig überteuerte Mitbringsel.

Nachdem der Taxifahrer uns abgeholt hat, ging's weiter zu Mirantes (noch ein Örtchen, von wo man schön gucken kann). Auf dem Weg dahin hat er seine "Fahrkunste" zum Besten gegeben. Dagegen sind viele profesionelle Rennfahrer blutige Anfänger. In einer steilen Kurve bergrunter 2 Autos überholen und dabei hupen sowie die anderen Fahrer auffordern, den Weg freizumachen oder schneller fahren, zeigt, dass seine Cojones ausgeprägt sind. Dementsprechend schnell haben wir den Zielort erreicht. Schön, tolle Übersicht, blabla.

Danach ging's zum Huckerhut (jetzt allerdings mitm Bus). Dort wieder in der Schlange stehen, sich in eine Seilbahn drängen, kurz rumlaufen, in der Schlange für die 2. Seilbahn stehen, noch mal hoch fahren. Nett, wirklich nett. Da es Silvesterabend war, wollten wir nicht solange durch die Gegend gurken, sondern sind zum Hotel gefahren und am Pool abghangen. Für die Unterhaltung sorgten 2 schwule Jungs (O-Ton: "die Frauen haben uns verlassen, deswegen sind wir zusammen"), die miteinander auf spanisch oder italienisch redeten und jede Viertelstunde beim Barkeeper Caipi bestellten ("wir können doch nicht nüchtern zum Strand feiern fahren"). Am Pool haben wir noch ein nettes Pärchen aus Curitiba kennen gelernt, das noch 2 freie Bahnkarten hatte, und uns sie angeboten hat (es war auch eine Sachen, die uns nicht bewusst war - für den Abend des 31.12 muss man Hin- und Rückfahrten kaufen, die Hinfahrtkarten gelten jeweils für eine bestimmte Stunde, z.B. zwischen 20 und 21 Uhr, die Rückfarhtkarten für den nächsten Tag bis 5 Uhr, "normalle" Einzelfahrtkarten gibt's ab 18 oder 19 Uhr nicht mehr).

Kurz vor 21 Uhr sind wir dann trotz aller Vorwarnungen ("Geht bloss nicht zum Strand feiern!") Richtung Copacabana gefahren. Voll war's... Wir haben ein freies Plätzchen fast am Wasser gefunden und uns dort hingepflanzt... Um uns Menschen, die nicht unbedingt vertrauensvoll wirken... Zwischendurch gehen welche mit den Blumen in den Ozean (ist so ein Brauch, hat was mit einer Meeresgöttin zu tun, genauer weiss ich nicht)... Kurz vor 12 eine Flasche vom Billigfusel und Pappbecher gekauft (war verdammt süss das Zeug, aber nicht ganz schlecht)... Weiter rumsitzen. Endlich was es dann soweit: Schreie, Jubel, Feuerwerke, Begeisterung der Massen. Ich will es nicht schlecht machen, es war auch schön, aber in Hamburg gibt's sowas jede paar Wochen, wenn Queen Mary oder ein anderer Grosskahn wegschwimmt. Kurz nach halb 1 sind wir dann Richtung Hotel abgehauen, da der Rückflug schon um 6 war, und wir mit Staus auf den Strassen rechneten. So war es dann auch. Die Schlange vor dem U-Bahn-Eingang war etwa ein Kilometer lang und bewegte sich kaum nach vorne. Die Suche nach einem freien Taxi erwies sich auch als nicht ganz einfach, aber etwa um halb 2 waren wir zurück. Paar Stunden pennen, auschecken, zum Flughafen fahren. Wir haben dann doch die Zeit etwas zu paranoid kalkuliert und lungerten eine Stunde im Flughafen.

Rein ins Flugzeug und dann bin ich aufgewacht, als wir in Belo gelandet sind (na ja, eher runtegekracht). Alles in allem waren es 3 coole Tage. Rio ist eine schöne Stadt, aber leben würde ich dort nicht wollen: zu heiss, zu schwül, ständig um sich gucken und so viele schöne Mädels laufen dort auch nicht rum :p Es lebe BH ! :)

Unter den geilsten Pixxx wo gibt gibt's ein paar Fotos aus RJ. Danke fürs Lesen und viel Spass beim Gucken.

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